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Jesus sagt zu Thomas:
Reiche
deine Finger her und sieh meine Hände und reiche deine Hand her und lege sie
in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig.
(Die
Bibel - Johannes 20, 27)
Jugendkirche – Jugend und Kirche
Als wir
begannen über den Gedanken einer Jugendkirche hier mit anderen zu sprechen,
wurde die Frage laut: Jugend und Kirche; geht denn das? Ist das nicht ein
Widerspruch in sich selbst? Assoziieren Sie einmal zu den Begriffen Kirche
und Jugend, und auch Ihnen wird auffallen, dass man diese beiden Worte wohl
kaum automatisch und positiv zueinander bringt. Hier in Grünhufe aber, haben
wir ein jugendlich – frisches Gemeindezentrum, modern und funktional,
passend für die unterschiedlichsten Arbeitsformen und Bedürfnisse. Hier ist
es anders, als man es für eine Kirche erwartet. Damit hat man schon den
ersten wichtigen Baustein.
Jugendkirche – was ist das?
Wir
haben in unserem Leben erfahren, von welcher entscheidender Bedeutung das
Vertrauen auf Jesus Christus ist. Wie sich mit dem Vertrauen auf ihn, unser
Leben ändert. Das möchten wir allen Menschen weitersagen und natürlich auch
Heranwachsenden, Jugendlichen. Diese Möglichkeit, das Leben neu zu verstehen
und ergreifen, und damit in einer Weise zu entfalten, die sie vorher noch
nicht wahrnehmen können, wollen wir ihnen durch die Jugendkirche eröffnen.
Das nennen wir: Lebensentfaltung Chancen ergreifen können, Zuversicht
stärken, das soll hier auf eine jugendgemäße Weise, d.h. in einer Form
geschehen, die von den jungen Menschen verstanden wird. Evangelium hat immer
etwas mit Verstehen zu tun. Die Lebenswelt der Jugendlichen, ihre Kultur und
Ausdrucksweise, ja auch ihre Denkansätze sind oft so anders, als in unseren
normalen kirchlichen Bezügen. Darum ist es wichtig, diese Zielgruppe
speziell anzusprechen. Das geschieht in der Auseinandersetzung mit Kirche,
Glauben, und anderen Jugendlichen. Christlicher Glaube bringt das Leben zur
Entfaltung. Darum möchten wir, dass junge Menschen hier die gute Nachricht
von Jesus Christus hören, dass ihre Begabungen entdeckt und gefördert
werden, dass sie sich auf die vielfältigste Weise mit unterschiedlichsten
Themen ernsthaft und jugendgemäß auseinandersetzen. So haben wir uns in
Anlehnung an die Auferstehungskirche Leitwort für die Arbeit gewählt,
welches sich in der Altargestaltung wiederfindet. Es ist die Geschichte von
dem Jünger Thomas, dem zwar die anderen von dem Auferstandenen Jesus
erzählten, der das aber nicht Glauben kann, weil er den Auferstandenen nicht
selber gesehen und erlebt hat. Das jedoch ist ein wesentliches Element des
Glaubens. So tritt dann auch, so lesen wir bei Johannes, Jesus in sein
Leben, steht vor ihm und sagt: „Reiche deine Finger her und sieh meine Hände
und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht
ungläubig sondern gläubig.“ Johannes 20, 27
Es geht darum, den Glauben zu erfahren, wahrzunehmen, zu erleben. Er darf
nicht abstrakt und fern bleibt. Das ist für alle Menschen wichtig, für
Jugendliche in der Phase des Orientierens jedoch besonders. Darum haben wir
so etwas wie Untertitel für die
Jugendkirche:
Leben erfahren, Leben begreifen, Leben verstehen, Leben befestigen, Oder mit
noch einem anderen Wort beschrieben, welches wesentlich zu unserem Leben
gehört: Freude am Glauben (er) leben
Jugendkirche in der Auferstehungskirche Grünhufe
Wen wollen wir damit erreichen?
Wie der
Name Jugendkirche schon sagt, natürlich Jugendliche. Junge Menschen, die ihr
Leben gestalten müssen, die hineingehen in eine im wahrsten Sinne des Wortes
Frag – würdige Zukunft. Die Zukunft ist es Würdig, dass wir sie auf ihre
Tragfähigkeit hin befragen. Natürlich haben wir Angebote für Kinder im Auge,
und nach Möglichkeit für junge Familien. Ich nenne hier auch ganz bewusst
das Stichwort: junge allein erziehende Mütter. Lokal betrachtet soll die
Arbeit nicht nur den Stadtteil erreichen, sonder das gesamte Stadtgebiet und
die Region. Durch die Mobilität der Jugendlichen und die Vernetzung über die
Schulen, ergibt sich an dieser Stelle natürlich ein weiter Horizont, bis hin
den gesamten vorpommerschen Bereich.
Jugendkirche - warum soll sie geschaffen werden?
Jugendkirche soll vor allem ein Ort sein, aber kein x-beliebiger. Ein Ort an
dem, Begegnung geschehen kann, Begegnung mit Gott, mir anderen Jugendlichen,
mit Erwachsenen und auch mit einem selbst. Was ist nötig für eine gelingende
Begegnung? Vorurteilsfrei und offen muss man sich gegenüberstehen und eine
Sprache sprechen, die der Andere verstehen kann. Junge Menschen haben oft
schon prägende Erfahrungen mit der Erwachsenenwelt gemacht, die sie
skeptisch werden und fragen ließen, ob diese Welt für ihr Leben so wie sie
ist, gut ist und sie merken, wie man im Grunde aneinander vorbei redet und
lebt, sich nicht versteht. Darum braucht es neuer, offener Räume. Diesen
Raum der Begegnung soll es hier geben. Hier soll es möglich sein, eine der
Lebenswelt der Jungendlichen entsprechende Auseinandersetzung mit
überkommenden Werten zu führen, sich weiterzuentwickeln und neu zu
orientieren. Konkret heißt das für uns: dass christliche Grundwerte in
unserem gesellschaftlichen Leben wieder stärker zum tragen kommen, wie
Verhaltensformen der gegenseitigen Wertschätzung, Achtung und Verantwortung.
So kann man sich helfen neue Lebensperspektiven zu gewinnen.
Jugendkirche – wie soll sie arbeiten?
Da der Glaube ein Beziehungsgeschehen ist, muss
auch die Arbeitweise der Jugendkirche dem entsprechen und eben
beziehungsorientiert sein. Diese Arbeitsweise entfaltet sich in
eigenverantwortlich handelnden Kleingruppen. Hier entsteht ein
Vertrauensverhältnis, in dem man für sich ein neues Heimatgefühl entwickelt,
was so nötig ist, denn oft ist die Seele der Jugendlichen heimatlos
geworden. Gespräche über den Glauben, über die Lebensgestaltung, über
familiäre oder gesellschaftliche Fragestellungen sind in dieser Atmosphäre
möglich. Christliche Werte werden so automatisch verinnerlicht. Doch
brauchen wir für diese Arbeit einen Rahmen und der wird gesetzt durch die
unterschiedliche Angebotsstruktur. Wir unterscheiden zwischen:
- Kontinuierlichen Angeboten
- Projektbezogenen Angeboten
- Vernetzten Angeboten
Kontinuierliche Angebote
Für die
berechenbare Verlässlichkeit ist das ganz wichtig. solche regelmäßigen, fest
in der Woche verankerten Angebote unterbreiten zu können. Dazu könnten
gehören: Angebote zur Meditation, Andacht oder Gottesdienst, Musikarbeit,
Kreativgruppen, Sportgruppen. Natürlich kann man sich hier eine ganze Reihe
von Möglichkeiten denken, doch wichtig ist und bleibt uns dabei, dass alles aus
dem Konzentrationspunkt des Glaubens her geschieht. In den Teams mit den Jugendlichen
lässt sich dann viel gestalten: So denke man an: Tanz, Rollenspiel, Moderation, Catering,
Technik, Bibelarbeit, Verkündigung/Mission, soziales Engagement,
Hausaufgabenhilfe, und dergleichen mehr. Das ist sicherlich auch stark
situations- und personenbezogen.
Projektbezogene Angebote
Eine andere Angebotsform ist die projektbezogene
Arbeit. Hier ist ein konkreter Anfang und ein bestimmtes Ende der
Arbeitsgruppe gesetzt, oft mit einem Zielpunkt verbunden. So kann sich eine
Band zusammenfinden zur Aufführung eines ganz bestimmten Stückes, oder eine
Präsentation in der Schule, Kirche oder auf dem Marktplatz erfolgen, nach
der Erarbeitung eines Themenbereiches können Eltern eingeladen werden, es
kann eine gemeinsame Fahrt es, die Erstellung einen Videofilms,
Sportturniere, Beteiligung an Wohngebietsfesten mit einem bestimmt dafür
erarbeiteten Angebot, auch Projektangebote an den Schulen sind denkbar.
Durch diese Arbeitsweise ist man nicht auf längere Zeit gebunden und bekommt
doch genügend Berührungsfläche einander kennen zulernen, Kontakte aufzubauen
und pflegen. Bewusst können Projekte erstellt und gewählt werden, die
verschiedene Generationen ansprechen, oder soziales Handeln befördern, oder
die Wahrnehmung auf die unterschiedlichste Weise beeinflussen. Viele Chancen
liegen gerade auch in dieser Arbeitsweise.
Eine dritte ergänzende Form der Arbeitsweise einer Jugendkirche ist das so
genannte Event, bei dem ganz bewusst hin und wieder ein Höhepunkt gesetzt
wird. Dieser soll aus dem gewöhnlichen Rahmen der Arbeit herausfallen,
Mitarbeiter und Jugendliche begeistern und Menschen ansprechen und für die
Jugendkirche aufschließen, die bis dahin noch keinen Kontakt hatten.
Vernetzte Angebote
Selbstverständlich kann diese Arbeit nicht für
sich allein stehen, sondern geschieht immer vernetzt. Da ist die
evangelische Jugend Pommerns, da sind andere Jugendverbände in der Stadt,
wie der EC oder CVJM, da sind die Schulen hier im Wohngebiet und darüber
hinaus, und da ist die kommunale Jugendarbeit, Stadtteil, kleiner Kreis,
Jugendamt. Ich denke, gerade in der Vernetzung liegen große Gelegenheiten
voneinander zu profitieren. Hier können wir uns nach Möglichkeit ergänzen
und unterstützen. Jeder hat seine eigenen Stärken, aber auch Grenzen, und
darum brauchen wir einander. Gerade die Vernetzung ist für die Jugendkirche
wichtig, denn so bleibt sie nicht in sich selbst geschlossen, eine Insel,
sondern mitten drin in der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen.
Öffentlichkeitsarbeit
Die
Öffentlichkeitsarbeit ist in dem ganzen Gefüge nicht einfach so ein auch
noch aufgenommenes Element, sondern von großer Wichtigkeit. Einerseits kann
sie zu den kontinuierlichen Angeboten in der Arbeitsform gehören und erfüllt
andererseits den Zweck, die wichtigen Inhalte der Arbeit zu transportieren.
Das Angebot muss an den Adressaten kommen. Darum stellen wir uns hier ein
Internetportal vor, vielleicht ein eigenes Infoblatt, die Präsents in der
gemeindlichen, kirchlichen und regionalen Presse, wobei man hin und wieder
auch an das Radio oder Fernsehen denken könnte.
Jungendkirche - wer macht die Arbeit
Nun
haben wir schön unsere Gedanken entwickelt, und es kommt zu dem Punkt zu dem
es kommen muss: Wer macht die Arbeit in der Jugendkirche? Die erste Antwort
darauf ist: ein Team! Keine Einzelleitung, sondern nur gemeinsam ist die
Arbeit qualitätsvoll und angemessen zu bewältigen. Dieses Team besteht aus
hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Für dieses Team sollten
besondere Grundsätze gelten, denn sie bestimmen Richtung und Atmosphäre, ja
Kultur der Jugendkirche. Leben aus dem Glauben in Gebet und Lob Liebe zu den
Menschen mit denen sie arbeiten Überzeugt von der Sinnhaftigkeit der
Jugendkirche in Stralsund. Klare Entscheidung für Jesus Teamgeist
Gabenorientierte Mitarbeit
Das Team mit seinen Mitarbeitern
Bei den
hauptamtlichen Mitarbeitern brauchen wir eine relative Planungssicherheit
und können wir uns vorstellen, dass wir zunächst für eine Projektzeit von 3
– 5 Jahre ausgehen. Sie sind verantwortlich für die Organisation und die
Aufrechterhaltung von Kontinuität in der Arbeit. Die Kontinuität gilt für
die Person und für Angebote. Diese Mitarbeiter müssen fest im Glauben
stehen, und sich der Führung durch Gottes Geist bewusst sein. Die Liebe zu
den ihnen anvertrauten Menschen ist in dieser Arbeit ganz wichtig. Natürlich
brauche sie eine abgeschlossene Ausbildung für die Arbeit mit Jugendlichen,
sozialpädagogische Fähigkeiten, möglichst musische Begabungen für die
Musikarbeit und sonstige Kreativgruppen und ein wenig technischer
Sachverstand kann dabei nur von Vorteil sein. Ich denke, das ist sicher eine
anstrengende, aber auch schöne und vor allem lohnende Herausforderung. Die
ehrenamtlichen Mitarbeiter übernehmen ihren Gaben, Möglichkeiten und
Qualifikationen entsprechend konkrete Verantwortung für einzelne Bereiche in
der Jugendkirchenarbeit. Sie bringen sich gleichberechtigt ins Team ein. Nur
so kann gewährleistet werden, dass sie Arbeit so gemacht wird, dass sie
nicht an der Lebenswelt der Jugendliche vorbei geht. Aus ihrem Engagement
erwächst immer wieder ein neuer Angebotskatalog. Diese Leitungsmitglieder
sollten auch fest im Glauben stehen und der Führung des heiligen Geistes
vertrauen.
Jugendkirche - wer soll das bezahlen?
Vielleicht ist Ihnen während der gesamten Zeit schon der Gedanke mit dieser
entscheidenden Frage durch den Kopf gespukt. Woher soll das Geld für diese
Arbeit kommen. Zunächst, wir sind hier in der Auferstehungskirche, d.h. Gott
hat Möglichkeiten, die wir selber noch nicht wahrnehmen. Das gibt Mut. Was
wir aber sehen ist das Folgende:
Dieses moderne Gemeindezentrum ist vorhanden, wenn man hier und da auch
schon wieder etwas Bauen müsste. Der Gemeindeverbandsrat des
Gemeindeverbandes St. Marien unterstützt und befördert das Projekt
Jugendkirche und bringt das Gebäude und Grundstück ein. Darüber hinaus die
aktuelle Finanzierung einer SAM Stelle und eines Zivildienstleistenden und
auch der zuständige Pfarrer begleitet intensiv diese Arbeit. Die Anstellung
eines Mitarbeiters, einer Mitarbeiterin, können wir uns aktuell nur als eine
Mischfinanzierung vorstellen, aus kirchlichen und öffentlichen Mitteln,
sowie aus fest zugesagten Zuwendungen Dritter. Aktuelle Projektarbeit kann
natürlich über Fördermittel und Sponsoring bestritten werden, Stadt, Land,
EU, Schulen sind sicher denkbare Partner.
Jugendkirche - wohin soll das führen?
Wir
gehen also mutig von einer ersten Projektphase von 5 Jahren aus.
Selbstverständlich ist bei den laufenden Projekten und dem Gesamtverlauf der
Arbeit, eine ständige Evaluation, so dass es immer die rechtzeitige
Möglichkeit der Intervention gibt. So kann man sich aber auf der anderen
Seite auch vorstellen, bei entsprechendem Ergebnis, das Projekt länger
laufen zu lassen. Welche messbaren Kriterien könnte man dafür anführen:
Junge Mensche haben durch die Arbeit hier begonnen ihr Leben über den
Glauben an Gott zu definieren, haben ihr Leben verändert und neu orientiert.
Das ehrenamtliche Engagement ist breit und vielfältig und die Basis der
Arbeit, die tägliche Praxis ist bestimmt durch kreatives, spontanes und
soziales Handeln, in der Öffentlichkeit wird die Arbeit der Jugendkirche
nicht nur wahrgenommen, sondern als ein ermutigendes Zeichen zur
Lebensbejahung empfunden. Jugendkirche ist nicht nur ein Wort sondern hier
wird lebendiger Glaube erfahren: Jugend lebt Glauben - Jugend praktiziert Kirche.
Und nun: Wir laden ein zur Mitgestaltung!
Vorträge zu diesem Thema:
Jugendkirche (Pfr. Reinhart Haack, Initiativkreis Jugendkirche)
Konzept,
Power Point Präsentation
Pfr.
Martin Reppenhagen
(Institut
zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung / Ernst - Moritz
- Arndt Universität Greifswald)
Vortrag,
Power Point Präsentation
Pfr.
Martin Wiesenberg (Landesjugendpfarrer)
Power
Point Präsentation
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